Pressemitteilung über die FF Heidesee


Auf dem Lehrgang hat’s gefunkt ehrensache Ein junges Paar ist füreinander und die freiwillige Feuerwehr

Volles Haus und super Stimmung auf dem Feuerwehrball in der Friedersdorfer Mehrzweckhalle. Hier ließen die Männer und Frauen der Heideseer Wehren Samstagnacht nichts anbrennen.

Von Heidrun Voigt

FRIEDERSDORF Dort die Friedersdorfer, die Bindower, da die Gräbendorfer, die Wolziger, die Prieroser und hier die Kolberger und Streganzer. Zu Beginn des Abends saßen die Kameraden gut sortiert nach ihren einzelnen Ortsteilen. Aber das änderte sich bald zusehends.

Auch Anne-Kathrin Purann und David Ruß saßen an verschiedenen Tischen. Dabei waren die beiden gemeinsam zum Feuerwehrball gekommen, denn sie sind seit sechs Monaten ein Paar. Die 19-jährige Abiturientin ist seit zwei Jahren bei der Gräbendorfer Wehr aktiv, er bei der Friedersdorfer seit zehn. Gefunkt hat es zwischen den beiden auf einem Feuerwehrlehrgang. „Sie hat mich gebeten, ihr zu helfen. Ich bin ja schon länger dabei, habe mehr Erfahrung“, erzählt der 20-Jährige und strahlt seine Freundin an. „Ich habe es ja darauf angelegt“, sagt sie und lächelt. Beide tragen eine Feuerwehruniform und eine dunkelblaue Krawatte bestickt mit Helm, zwei Äxten und einer Flamme.

Sie sei durch eine Freundin zur Feuerwehr gekommen, erzählt Anne-Kathrin Purann. Der Einsatz als Feuerwehrfrau mache ihr viel Spaß. Auch David Ruß kann sich in seiner Freizeit nichts Besseres vorstellen. „Die Gruppe hält zusammen, auch die Wehren untereinander. Das ist schön“, sagt Ruß.

Ein wenig brenzlig wurde es für den jungen Mann, als es ans Tanzen ging. „Ich kann nicht tanzen“, gestand er. Kein Problem für seine Anne-Kathrin. Sie zog dann auch mal mit einer Freundin aufs Parkett. Dass so viele Generationen beim Feuerwehrball vertreten waren, fanden die jungen Leute wunderbar. Und für beide steht fest, wenn sie einmal Kinder haben sollten: „Die müssen auch bei der Feuerwehrtruppe mitmachen.“

Das kennen Mario und Sven Huschke. Denn auch sie haben das Feuerwehr-Gen geerbt. Ihr Vater ist ebenfalls in der Wehr Heidesee und auch ein Großvater ist noch dabei. Mario Huschke gehörte seit zwanzig Jahren zu den Gräbendorfer Kameraden. Er und andere, die ebenfalls eine Null bei ihren Dienstjahren aufzuweisen haben, wurden zu Beginn des Abends unter großem Beifall ausgezeichnet. Mit zu den Dienstältesten gehört Joachim Gaerisch. Er engagiert sich seit 1960 für den Brandschutz.

„Mit dem Ball möchte sich die Gemeinde bei allen Feuerwehrkameraden und deren Angehörigen bedanken“, sagte Bürgermeister Siegbert Nimtz bevor er ans üppige Büfett einlud. Nimtz betonte, dass sich die Feuerwehr nicht nur beim Brandschutz einbringe, sondern auch zu Festen anpacke. „Es ist enorm, wie viele Feuerwehrleute beispielsweise das Erntefest Friedersdorf mit ihrer Arbeit unterstützen.“

Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, um über die weitere Unterstützung der Wehren zu sprechen. So solle in Friedersdorf ein neues Gerätehaus gebaut werden, weil das alte bei Regen immer voll läuft. „Der Bauausschuss hat die Mittel befürwortet. Wir müssen sie aber noch in den Haushalt einstellen.“ Auch in Gräbendorf und Streganz sehe er Handlungsbedarf.

Quelle: Märkische Allgemeine 08.11.2010


FREIWILLIG FÜR ANDERE MENSCHEN DA, WENN’S WIRKLICH MAL BRENNT

Lothar Wengler, Freiwillige Feuerwehr Friedersdorf: Vor 30 Jahren bin ich mit einem guten Freund in die Feuerwehr eingetreten. Das hat sich damals so ergeben. So ein Feuerwehrball ist keine schlechte Sache. Wer zusammen Übungen und Einsätze macht, der sollte auch gemeinsam feiern.

Tina Habermann, Freiwillige Feuerwehr Gräbendorf:
Ich bin durch meinen Papa zur Feuerwehr gekommen. Er hat mich schon als kleines Kind mitgenommen. Das hat mein Interesse geweckt. Seit drei Jahren ist übrigens jeder zweite Freitag in meinen Kalender fest für Übungen bei der Feuerwehr eingeplant.

Joachim Gaerisch, Alters- und Ehrenabteilung: Es gibt Kameraden in der Alters- und Ehrenabteilung, die sind schon länger dabei als ich. Otto Käfert aus Prieros oder Klaus Walzer aus Dolgenbrodt. Bei mir sind es „nur“ 50 Jahre. In denen habe ich aber schwere Einsätze mitgemacht.

Malte Jörg Schmechta, Freiwillige Feuerwehr Wolzig: Ich habe vor 17 Jahren in Bad Saarow bei der Feuerwehr angefangen. Vor sieben Jahren bin ich nach Wolzig gezogen. Ich musste mich hier zwar ziemlich umstellen, bin aber nach wie vor mit Leib und Seele bei der freiwilligen Feuerwehr dabei.

Stefan Hinze, Freiwillige Feuerwehr Prieros: Im vergangenen Jahr war ich nicht auf dem Feuerwehrball in Friedersdorf dabei. Es soll aber eine ziemlich lustige Runde gewesen sein. Meine beiden Brüder machen übrigens auch bei der freiwilligen Feuerwehr mit. Ich selbst bin seit 18 Jahren dabei.

Sascha Beckel, Freiwillige Feuerwehr Friedersdorf: Schon als ganz kleiner Junge haben mich die roten Feuerwehrautos mächtig fasziniert. Mit zehn Jahren bin ich dann in die Feuerwehr eingetreten. Meine Begeisterung ist ungebrochen, ja mit der Zeit eher noch größer geworden. Heute bin ich Gemeindegerätewart.

Quelle: Märkische Allgemeine 08.11.2010


UNWETTER: 68-Jähriger von Baum erschlagen

Blitz schlug in zwei Wohnhäuser im Schenkenländchen ein / Feuerwehr im Dauereinsatz

SCHENKENLÄNDCHEN - Der Teupitzer Ortswehrführer Karsten Wittulski kann die Ereignisse der vergangenen Nacht am Sonnabendfrüh kaum fassen. Er und seine Kameraden wurden gegen 1.30 Uhr zur Ferienanlage „Waldfrieden“ in Egsdorf gerufen. Dort war aufgrund des heftigen Gewitters ein Baum umgefallen und hatte ein Zelt durchschlagen, in dem ein Berliner mit seinem Enkel übernachtete. Der 68-Jährige war sofort tot, während sein Enkel körperlich unversehrt blieb. „Es war grausam“, berichtet Wittulski.

Doch Zeit zum Verschnaufen blieb den Feuerwehrleuten nicht. Die Notrufe gingen beinahe im Minutentakt ein. Auch den Wehren aus Köris, Märkisch Buchholz und Halbe waren bis Sonnabendmittag ohne Unterlass im Einsatz. Allein die Teupitzer Wehr verzeichnete in dieser Zeit 14 Einsätze.

Im Schenkenländchen waren gleich zwei schwere Blitzschläge zu beklagen. Besonders hart traf es ein Haus in der Teupitzer Straße in Schwerin. Hier schlug der Blitz in ein Gebäude ein, das einem Ehepaar aus Leipzig gehört. Der Hund des in unmittelbarer Nachbarschaft lebenden Bruders hatte den Brand bemerkt und angeschlagen. So konnte gegen 5.45 Uhr sofort die Feuerwehr verständigt werden, die innerhalb kürzester Zeit am Unglücksort eintraf. „Hochachtung und tausend Dank dafür, dass die Kameraden hier noch Schlimmeres verhinderten“, lobt der Eigentümer Frank-Jörg Gutsmuths, der wenige Stunden später aus Leipzig in Schwerin eintraf. Doch trotz aller Anstrengungen der Feuerwehr konnte hier nach Angaben der Polizei ein Sachschaden von etwa 100 000 Euro nicht verhindert werden.

Nur vier Minuten nach diesem Blitzschlag ging auch ein Notruf aus der Straße Hohe Kiefern in Klein Köris ein. Hier schlug der Blitz in ein Einfamilienhaus ein. Die Eigentümer befanden sich im Haus, wurden aber glücklicherweise nicht verletzt. Auf dem Dach entstand ein Schwelbrand und zudem ein riesiger Wärmestau. „Uns blieb nichts anderes übrig, als das Dach mit der Motorsäge aufzuschneiden“, berichtet der stellvertretende Halber Ortswehrführer Michael Fischer. Erst gegen 8 Uhr war dieser Einsatz beendet. Doch damit nicht genug. Zwischenzeitlich wurden die Kameraden im Schenkenlänchen aufgrund der sintflutartigen Regenfälle auch noch zur Asklepios-Klinik in Teupitz gerufen, wo die Keller in den Häusern 1. H und D vollgelaufen waren. Dies betraf auch den Penny-Markt in der Berliner Straße in Groß Köris, einige Häuser in der Wohnsiedlung Teupitzer Höhe sowie in Halbe in der Schweriner Straße. Auch die Firma Luban in Halbe benötigte in dieser Nacht dringend Hilfe. Hier musste Wasser aus dem Messraum gepumpt werden, in dem sich zahlreiche Präzisionsgeräte befinden.

Die Straße zwischen Teupitz und Egsdorf war zeitweilig überschwemmt. Auch die Straße zwischen Teurow und Oderin konnten Kraftfahrer nicht mehr passieren, weil Michael Fischer zufolge zeitweilig bis zu 15 Bäume quer auf der Fahrbahn lagen, die erst entfernt werden mussten.

Die Nachbargemeinde Heidesee blieb vom Unwetter auch nicht verschont. Hier fuhren die Wehren insgesamt etwa 30 Einsätze. In Prieros brannte aufgrund eines Blitzschlages in der Straße An der Dubrow auf einem ehemaligen Campingplatz ein leerstehender Bungalow komplett ab. An der Kompostieranlage in Friedersdorf knickten gleich zwölf Pappeln ab. „Sie fielen um wie beim Mikadospiel“, berichtet der Friedersdorfer Feuerwehrmann Christian Semmler. In Kolberg rutschten mehrere Straßen weg, sodass sie komplett gesperrt werden mussten. Selbst die Feuerwache in Friedersdorf erwischte es. Sie stand in dieser Nacht gleich zweimal unter Wasser.

Sogar das digitale Alarmierungssystem der Leitstelle fiel im Landkreis zeitweilig aus. „Die Kameraden haben sich dann intern per SMS verständigt“, berichtet der Miersdorfer Wehrführer Klaus Speiler.

Quelle: Märkische Allgemeine 19.07.2010


Der Funke der Begeisterung Ehrensache Vom Spätzünder zum Jugendwart der Gemeinde Heidesee: Mario Ullrich

FRIEDERSDORF Wer Mädchen und Jungen für die Feuerwehr begeistern will, muss selbst für diese Aufgabe brennen. Mario Ullrich ist so ein Brandmeister. Und das obwohl der Jugendfeuerwehrwart der Gemeinde Heidesee eigentlich ein Spätzünder war.
Erst 1989 sprang der Funke der Begeisterung auf ihn über. Damals war er gerade von Kummersdorf nach Friedersdorf gezogen. „Mein Stiefvater war in der Feuerwehr. Also bin ich einfach mal mit hingegangen“, so der 38-Jährige. Ein Jahr lang schaute Ullrich erst mal zu, wofür die älteren Kameraden ihre Freizeit opfern. „Irgendwann habe ich dann den Hebel umgelegt und aktiv mitgemacht“: genau im Wendejahr.

Schon drei Jahre später kümmerte er sich als stellvertretender Jugendwart um den Nachwuchs in Friedersdorf. „Angefangen haben wir mit zehn Jugendlichen.“ Über die Jahre kamen Nachwuchswehren in Prieros und Wolzig hinzu, wurde aus dem Amt Friedersdof die Gemeinde Heidesee. Hier ist Ullrich seit 2004 Jugendfeuerwehrwart. Heute zeichnet er für die Betreuung von knapp 30 jungen Kameraden im Alter von 10 bis 18 Jahren verantwortlich.

„Am besten kann man Kinder mit Technik und Wasser begeistern“, weiß er aus Erfahrung. Deshalb lernen die Jüngsten zuerst, wie man einen Schlauch so ausrollt, dass man auch damit spritzen kann. Ullrich zufolge müsse man den Mädchen und Jungen schon früh beibringen, dass gute Kameradschaft das A und O ist und nicht jeder sein Ding machen kann. „Bei der Feuerwehr gibt es nun mal eine bestimmte Rangordnung, da geht es notfalls nicht ohne Befehle ab.“
Sicher seien ihm in all den Jahren auch Fehler unterlaufen. „Man denkt, man macht alles richtig. Fehler bemerkt man erst viel später. Das ist wie bei der Kindererziehung“, sagt der Vater einer vierjährigen Tochter.
Ullrichs Frau arbeitet als Altenpflegerin im Drei-Schicht-Dienst. Da ist es für den in Wünsdorf angestellten Hausmeister manchmal gar nicht so einfach, Familie und Feuerwehr unter einen Hut zu bekommen. „Das muss man eben organisieren.“ Genau wie seine Nachfolge. „In zwei Jahren höre ich auf. Dann habe ich 20 Jahre Jugendfeuerwehr hinter mir.“ pe

Quelle: Märkische Allgemeine 10.05.2010


BRANDSCHUTZ

Wechsel an der Wehrspitze steht bevor

FRIEDERSDORF Der Dolgenbrodter Feuerwehrmann Frank Wilhelm legt sein Ehrenamt als Gemeindebrandmeister aus persönlichen Gründen nieder. Darüber informierte Heidesee Bürgermeister Siegbert Nimtz Montag in der Sondersitzung des Hauptausschusses. Vorausgegangen war eine Anhörung mit allen Ortswehrführern.
Nimtz zufolge habe Wilhelm seinen Rücktritt erklärt, weil er beruflich überlastet ist. Neuer Gemeindebrandmeister soll Wilhelms bisheriger Stellvertreter, der Prieroser Kamerad Volkmar Anders werden. Als Stellvertreter von Anders sind der Friedersdorfer Ortswehrführer Ronny Teßmann und der Kolberger Ortswehrführer Carsten Hönigk im Gespräch.
Die neue Wehrspitze soll von den Gemeindevertretern in Kürze berufen werden.

info Die nächste Sitzung der Heidesee-Gemeindevertreter beginnt am 18. Mai um 18 Uhr im Verwaltungsgebäude Friedersdorf, Lindenstraß 14b.

Quelle: Märkische Allgemeine 06.05.2010


NACHRUF: Abschied von der Feuerwehr

Friedersdorfer Kameraden trauern um Kurt Cichy

FRIEDERSDORF - „Erst mit dem Tod wird man aus der Wehr verabschiedet“, meinte Kurt Cichy kurz vor seinem 65. Geburtstag in der MAZ. Das ist fünf Jahre her. Damals endete seine aktive Laufbahn in der Freiwilligen Feuerwehr Friedersdorf. Am 27. Dezember erlag Cichy einem Krebsleiden. Diesen Samstag nehmen die Kameraden Abschied von ihrem ehemaligen Wehrführer.

„Kurt Cichy ist eine Feuerwehrlegende“, sagt Ronny Teßmann über seinen Vorgänger. Zwei Jahrzehnte stand Kutte, wie er im Dorf genannt wurde, an der Friedersdorfer Wehrspitze. Die war 1984 verwaist. Also wurde Cichy von höherer Stelle zum Wehrführer bestimmt. Ob er wollte oder nicht. Widerspruch wäre wie Befehlsverweigerung gewesen. Das kam für Cichy nicht infrage. Für ihn war Feuerwehr immer ein bisschen wie eine militärische Einheit.

Auch nach der Wende blieb er seinem Führungsstil treu. „Als Amtsbrandmeister hat er die Wehren in den kleinen Orten zu einer großen zusammen geführt. Das war keine leichte Aufgabe“, so Heidesee-Bürgermeister Siegbert Nimtz. Cichy habe sich mächtig durchboxen müssen. „Den anderen Wehrführern habe ich immer gesagt, wir können alle gemeinsam an einem Tisch beraten. Aber die letzte Entscheidung hat der Amtsbrandmeister, sonst kommen wir zu nichts“, blickte Cichy in der MAZ auf diese schwierige Phase zurück.

„Er war mit Leib und Seele Feuerwehrmann“, sagt Ortsvorsteher Wolfgang Schinz. Wenn Kurt Cichy in Friedersdorf unterwegs war, trug er meist seine Lederjacke mit dem Aufdruck „Feuerwehr“. Cichy sei immer für einen Witz gut gewesen. „Aber die Feuerwehr hat er sehr ernst genommen“, so Schinz.

Vielleicht weil sie so etwas wie seine zweite Familie war. Cichy verlor Frau und Tochter bei einem Autounfall. Was ihm blieb, waren sein Sohn, Kontakte zu Kollegen aus dem Wildauer Kurbelwellen-Werk und die Feuerwehr.

„Viele Kameraden sind sehr traurig darüber, dass er nicht mehr lebt“, weiß Ortsvorsteher Wolfgang Schinz. „Wir behalten ihn so in Erinnerung, wie er in den schönsten Stunden seines Lebens bei uns war“, sagt Löschzugführer Ronny Teßmann. Gern hätte er Kurt Cichy am 2. Januar zu seinem 70. Geburtstag gratuliert. Stattdessen muss er ihn nun auf seinem letzten Weg begleiten.

Die Trauerfeier für Kurt Cichy beginnt am 23. Januar um 14 Uhr auf dem Friedhof in Friedersdorf. (Von Frank Pechhold)

Quelle: Märkische Allgemeine 19.01.2010


BRANDSCHUTZ: Mit Feuereifer bei der Sache

Kameraden kamen bei Kindern gut an / Besucheransturm blieb aus

FRIEDERSDORF - Gebannt hielt der siebenjährige Peter den Feuerlöscher und schäumte einen brennenden Computer ein. Ein Kamerad unterstützte den Knirps dabei. „Ich habe einen Feuerwehrhelm, ein Feuerwehrauto und ein Walkie-Talkie“, sagte Peter stolz. Sein Traum ist es Feuerwehrmann zu werden. Drei Jahre muss der kleine Wolziger noch warten, denn ab zehn kann man in der Jugendfeuerwehr mitmachen.

„Ich finde es sehr wichtig, dass die Feuerwehr sich den Kindern nahe bringt. Deshalb sind wir heute hier“, meinte Peters Mutter Katja Schulz. Auch ihr Sohn Felix (5) löschte tapfer einen Papierkorb. Die beiden Jungen machten große Augen, als die Kameraden einen Wohnungsbrand simulierten und aus dem zweiten Stock des Hortgebäudes eine Rettung per Abseilen starteten. Ein Verkehrsunfall, bei dem die Verunglückten aus dem Auto befreit wurden, und das Bekämpfen eines Fettbrandes auf dem Herd gehörten ebenfalls zu den Vorführungen. Wer wollte, konnte ein Löschfahrzeug genau unter die Lupe nehmen.

Die Jugendfeuerwehr zeigte beim spektakulären Löschen einer Holzhütte, was sie drauf hat. „Wir haben das ein paar Mal geübt, deshalb war ich heute nicht so aufgeregt,“ verriet Selina. Die 13-jährige Friedersdorferin ist seit vier Jahren bei der Feuerwehr. „Hier lernt man wirklich viel und es ist sehr interessant“, so das Mädchen. Ihre beste Freundin hat sie mit ihrer Begeisterung angesteckt. Deren Cousin Nico sei auch schon hier und sie habe große Lust ebenfalls mitzumachen, verriet die Kandidatin.

Das freute die Kameraden natürlich. Wie alle Wehren im Landkreis haben auch die Heideseer Nachwuchssorgen. Unter dem Motto „Was ist, wenn es brennt und niemand zum Löschen kommt?“ wurde mit Flyern für Floriansjünger geworben.

Über das Interesse am Tag der offenen Tür waren die Heideseer Kameraden enttäuscht. „Der Bürgermeister ist im Urlaub und entschuldigt. Aber von den Gemeindevertretern habe ich heute nur drei gesehen. Wie sehr wird die Arbeit der Feuerwehr eigentlich geschätzt?“, fragte Gemeindebrandmeister Frank Wilhelm. Er und die 50 Kameraden, die Samstag von 11 bis 17 Uhr im Einsatz waren, hatten auch auf mehr Besucher gehofft. „Der Platz müsste jetzt brechend voll sein, für wen demonstrieren wir hier Rettungsmaßnahmen, wenn nicht für die Heideseer?“, so Wilhelm.

Insgesamt kümmern sich 136 Kameraden ehrenamtlich – darunter 15 Frauen – von neun Wehren aus elf Ortsteilen nicht nur um die Sicherheit der Heideseer, sondern betreuen auch einen Autobahnabschnitt.

Die Zusammenarbeit der Wehren aus allen Ortsteilen sollte mit dem Tag der offenen Tür gefördert werden. „Wir wollen gemeinsam auftreten, um in der Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass wir eins sind. Nur gemeinsam sind wir stark“, unterstrich Gemeindebrandmeister Wilhelm das Anliegen.

Jugendwart Mario Ullrich nickte zustimmend. Er hofft auf mehr Floriansjünger. Für den kleinen Peter und seinen Bruder Felix steht jedenfalls nach dem Tag der offenen Tür mehr denn je fest, dass sie zur Feuerwehr wollen. (Von Heidrun Voigt)

Quelle: Märkische Allgemeine 17.08.2009


KOMMUNALES: Feuerwehrleute schauten sich Vorzeige-Wache an

Heidesee plant Gutachten zu Gerätehäusern

HEIDESEE - Brandschutz-Führungskräfte und Bürgermeister Siegbert Nimtz waren Samstag in Wendisch Rietz. Hier nutzt die Feuerwehr ein neues Gerätehaus. So eine Wache ist auch in der Gemeinde Heidesee im Gespräch.

Deshalb vereinbarte Nimtz den Besuchstermin in Wendisch Rietz (Landkreis Oder-Spree). Diese Gemeinde legte zwei Wehren mit insgesamt 50 Kameraden zusammen und investierte 750 000 Euro in eine Feuerwache. Das war die Grundlage für eine gut besetzte, bestens ausgerüstete und untergebrachte Stützpunktfeuerwehr.

Vergleichbare Bedingungen möchte die Gemeinde Heidesee auch für ihre Stützpunktfeuerwehren in Friedersdorf und Prieros schaffen. „Die beiden Wachen platzen aus allen Nähten“, sagt Nimtz. Deshalb plane man dieses Jahr 6200 Euro im Haushalt ein. Mit dem Geld soll ein Fachbüro beauftragt werden, das ein Gutachten erstellt und beide Gerätehäuser genau unter die Lupe nimmt. Möglicherweise steht am Ende die Empfehlung, ein ähnliches Gebäude wie in Wendisch Rietz zu errichten.

Vermutlich käme dafür nur ein neuer Standort in Friedersdorf infrage. Hier gibt es kaum Erweiterungsmöglichkeiten für das vorhandene Gerätehaus. In Prieros hingegen hat die Wache noch bebaubares Hinterland. Nimtz: „Da sind noch jede Menge Hausaufgaben zu machen.“

Dieser Meinung ist auch Frank Wilhelm: „So was geht nicht von heute auf morgen“, sagt der Gemeindebrandmeister. Er war genau wie seine beiden Stellvertreter und die Ortswehrführer aus Prieros und Wolzig mit in Wendisch Rietz.

„Unsere Leute waren hellauf begeistert“, schwärmt Nimtz von dem modernen Gebäude. Über die Ergebnisse des Besuches informiert der Bürgermeister alle acht Ortswehrführer auf der nächsten gemeinsamen Beratung. So bald der Haushalt beschlossen ist, gibt er das Gutachten über den Zustand der Gerätehäuser Prieros und Friedersdorf in Auftrag. „Aber eigentlich sieht man auch ohne Gutachten, dass hier dringend was passieren muss.“ (Von Frank Pechhold)

Quelle: Märkische Allgemeine 03.03.2009


Feuerwehr kommt in Fahrt
Neue Mannschaftswagen machen die Kameraden in den kleinen Dörfern mobiler!!!


HEIDESEE - Was nützt ein großes Feuerwehrauto ohne Fahrer? Gar nichts. Nur Kameraden mit Lkw-Führerschein dürfen diese Einsatzfahrzeuge lenken. Fallen sie im Alarmfall aus, müssen die anderen Kameraden sehen, wie sie zum Einsatzort kommen.

So ging es drei Wolziger Kameraden erst vorige Woche. Zwei Lkws hatten sich auf der Dorfbrücke ineinander verkeilt. Ein Kraftfahrer war im Urlaub, der andere auf Arbeit. Also mussten die freiwilligen Helfer zur Brücke laufen.

Mit solchen fußläufigen Erfahrungen dürfte es nun vorbei sein. Freitagabend übergab Bürgermeister Siegbert Nimtz auf der Jahreshauptversammlung der Heidesee-Feuerwehr vier Mannschaftswagen (MAZ informierte).

Grundlage für diese Anschaffung ist ein langfristiges Fahrzeug-Konzept. Dessen Umsetzung verlief nicht reibungslos. „Alle Feuerwehren wollten große Autos haben“, so Nimtz: „Aber was habe ich von großen Autos, wenn niemand da ist, der sie fährt? Ich brauche die Leute vor Ort.“

Vor allem tagsüber. Da gibt es in den kleinen Ortsfeuerwehren personelle Engpässe. Deshalb wurden Stützpunktfeuerwehren in Prieros und Friedersdorf gebildet. Hier stehen teure Löschfahrzeuge. Auf diesen werden Kameraden aus allen Ortswehren ausgebildet. So ist jeder Feuerwehr-Kraftfahrer aus der Gemeinde in der Lage, ein Prieroser Tanklöschfahrzeug zu bedienen. Voraussetzung dafür ist die gemeinsame Ausbildung an den Hauptstandorten. Zu der stoßen die Feuerwehrleute aus den kleinen Dörfern mit ihrer Einsatztechnik und den neuen Mannschaftswagen hinzu.

Mit deren Anschaffung löste Bürgermeister Siegbert Nimtz ein Versprechen ein, das er vor zwei Jahren gab. Damals wurde ein großes Löschfahrzeug für die Prieroser Feuerwehr gekauft. Das Geld dafür hatte die Gemeinde fest eingeplant. Überraschend wurde das Auto vom Land mit 78 000 Euro gefördert. „Der Bürgermeister hat uns versprochen, auch dieses eingesparte Geld für die Feuerwehr auszugeben“, so der stellvertretende Kreisbrandmeister Reinhard Albrecht. Die Gemeindevertreter stockten die Mittel auf 170 000 Euro auf, schafften ein Leitfahrzeug und vier Mannschaftswagen an. „Das sind super Fahrzeuge“, so Albrecht. Für die brauche man keinen Lkw-Führerschein. Das sei der große Vorteil.

Ein neuer Mannschaftswagen steht nun auch in Wolzig. „Den können sieben von elf Kameraden fahren“, sagt Ortswehrführer Dieter Schönfeld. „Damit sind wir nun tagsüber besser einsatzbereit.“

(Von Frank Pechhold)

Frank Pechhold zur Umsetzung des Feuerwehr-Konzeptes in der Gemeinde Heidesee

Vernünftig

Stützpunktfeuerwehr ist ein echtes Reizwort. Auch in der Gemeinde Heidesee. Gerade in den kleinen Dörfern sind die Kameraden oft noch immer nicht allzu gut auf diese neuen Gebilde zu sprechen. Und doch setzt sich langsam die Einsicht in die Notwendigkeit durch.

Personalmangel war einer der Gründe, der zur Bildung von Stützpunktfeuerwehren in Friedersdorf und Prieros führte. Tagsüber bekamen viele kleine Dorfwehren nicht mehr genug Leute zusammen, um zu Einsätzen auszurücken. Was lag da näher, als die Kräfte zu bündeln und die beiden großen Wehren kräftig bei Einsätzen zu unterstützen?

Was so einfach klingt, war, ist und bleibt schwer zu machen. Stützpunktfeuerwehren sind nun einmal keine Liebesheirat, sondern eine Vernunft-Ehe. Trauzeugen waren Bürgermeister, Gemeindebrandmeister und seine Stellvertreter. Gemeinsam setz(t)en sie das Brandschutz-Konzept der Gemeinde beharrlich und konsequent um. Mittlerweile ist Heidesee sogar zur Vorzeige-Kommune in Sachen Stützpunktfeuerwehr geworden.

Vielleicht gerade deshalb, weil auch die Kameraden in den kleinen Dörfern mehr und mehr spüren, wie sehr sie gebraucht werden. Aktuelles Beispiel ist die Anschaffung von vier Mannschaftswagen.


Bewusstlos im Wald:  Feuerwehr-Zufall rettete Leben!!!

Auf das Unvorhersehbare vorbereit zu sein ist gerade für die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren eine wichtige Sache. Sie haben sich zusammen geschlossen, um dann einzuspringen, wenn Andere in missliche oder schon aussichtlose Situationen geraten sind. Sie sind mit ganzem Herzen dabei, ohne über Anerkennung, Lob oder gar eine Entlohnung nach zu denken. Sie wollen für ihr selbstloses Handeln keine Lorbeeren, sie wollen nur gewappnet sein.

Das Erntedankfest in Friedersdorf (Landkreis Dahme-Spreewald) war die sich jährlich wiederholende willkommene Abwechslung, eines der örtlichen Highlights. Zusammen sitzen, fröhlich sein, Spaß haben, die Gemeinsamkeit in Mitten von Freunden, Familien, aber auch Nachbarn einfach genießen. Sie, die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, sind da immer mit von der Partie, denn sie helfen aktiv bei der Ausgestaltung.

Es ist Sonntag. Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Friedersdorf räumen mit zahlreichen Kameradinnen und Kameraden die Reste des Erntedankfestes im Ort auf. Es ist niemand übrig geblieben vom Vorabend, nur Zelt, Bänke und Tische mussten wieder geparkt werden.

Die Feuerwehreigenen Gulaschkanonen waren vom nächtlichen Einsatz noch warm. Sie sollten wie-der eingelagert werden. Nach Friedrichshof führte der Weg, gleich um die Ecke. Auf der Rückfahrt, nahe der Autobahn angekommen, ein nicht geplanter Halt. Völlig aufgelöst, kaum ein Wort herausbringend, stand dort ein Mann und versuchte, der Feuerwehr einen Weg zu weisen. Ortswehrführer Ronny Teßmann und seine Kameraden waren überrascht, denn sie wussten nichts von einem Vorfall, ihre Alarmmelder waren ruhig. Der Bürger aber ging davon aus, dass sie zu ihm wollten, denn er hatte vor geraumer Zeit einen Notruf abgesetzt. „Hinten im Wald liegt eine bewusstlose Frau“ kündigte einen Notfall an. Ohne zu zögern und in einer Selbstverständlichkeit lenkten die Kräfte ihr Fahrzeug in ein schwer zugängliches Waldstück. Zuvor aber wurde noch schnell ein „Einweiser“ abgestellt, denn der auf der Anfahrt befindliche Rettungsdienst kannte sich in dieser Gegend wohl noch weniger aus. Knapp 100 Meter abseits befestigter Wege fanden sie die Frau, sie war ansprechbar. Es galt, im Rahmen einer Erstversorgung Vitalfunktionen zu prüfen und aufrecht zu erhalten. Christian Semmler, ausgebildeter Rettungssanitäter und Mitglied der Friedersdorfer Wehr, kümmerte sich gemeinsam mit anderen Kameraden, schützte die Frau nach einer Ersthelferversorgung zudem vor einer Unterkühlung. Der Rettungswagen kam aus dem 15 km entfernten Erkner, der Notarzt kam aus Rüdersdorf und musste 28 km zurück legen. Sie übernahmen die Patientin nach Eintreffen zur weiteren Versorgung und Fahrt ins Krankenhaus nach Rüdersdorf.

Der Zufall hat wahrscheinlich dieser Frau das Leben gerettet. Im teilweise dicht bewachsenen und bewaldeten Brandenburg kommt es immer wieder zu Unfällen in nahezu undurchdringlichen Bereichen. Einzig die örtlichen Feuerwehren mit ihrer guten Ortskenntnis sind hier von besonderer Bedeutung. Im Zusammenspiel mit dem Rettungsdienst können sie bei rechtzeitiger Alarmierung Schlimmeres verhindern. Zudem kommt dann auch die teilweise bestehende besondere Ausbildung der Ein-satzkräfte zum Tragen. Rettungsassistenten, Rettungssanitäter oder auch Rettungshelfer befinden sich unter den Einsatzkräften, sie können bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes vor Ort die beste Erstversorgung garantieren. In vielen Bereichen wurde aus diesen Gründen die „First Responder“ installiert. Hierbei handelt es sich um Kräfte, die nicht nur eine ergänzende Rettungsdienst-Ausbildung vorweisen können, sondern auch auf den Fahrzeugen der Feuerwehr über zusätzliche Rettungsmittel verfügen. Sie sollen die Zeit zwischen Eintreten des Notfalls und der ersten medizinischen Versorgung - sog. therapiefreies Intervall - verkürzen. In den wenigen Minuten zwischen Alarmierung und Eintreffen des Rettungsdienstes können die Frauen und Männer der Feuerwehr mehr Leben retten. Viele Aufgabenträger zahlreicher Bundesländer und Landkreise haben dies längst erkannt und die Fahrzeuge mit beispielsweise Notfallkoffer, einem Sauerstoffbehandlungsgerät und oft auch einem „Automatisierter Externer Defibrillator“ (AED) ausgestattet. Gerade hier engagiert sich beispielsweise die Björn-Steiger-Stiftung – www.steiger-stiftung.de – in ihrem „Kampf gegen den Herztod“. Es gibt aber immer noch Verantwortliche, die diesen wichtigen Schritt scheuen. Zeit wird’s, denn bei beispielsweise einem Herzinfarkt zählen die ersten Minuten, sie tragen zum Überleben bei.

Wie wichtig das Zusammenspiel zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr bei den Einsatzkräften gesehen wird, zeigt die Dankes-Mail eines Notarztes über einen weiteren Einsatz der Heidesee-Wehren (Einsatzdaten entfernt):

An die Kameraden der FFW Heidesee Feuerwache Prieros und beteiligter Wehren:
Ich möchte mich hiermit bei allen beteiligten Kameraden für die gute Zusammenarbeit beim Einsatz am xx.xx.xxxx – VKU xxx – bedanken. Durch Ihre tatkräftige Mitarbeit und Ihre technische Sicherstellung konnte eine angemessene und zügige Erstversorgung der verletzten Person am Unfallort erfolgen. Ihre Hilfe hat den raschen Transport zur Weiterversorgung im Krankenhaus möglich gemacht.
Mit bestem Dank
Notarzt Dr. xxx


Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

Peter Jagst

Quelle: Landesfeuerwehrverband Brandenburg


Abmeldungen in der Feuerwehr Heidesee wurden bisher mit guter Nachwuchsarbeit aufgefangen!!!

Rund um die Uhr ist die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Heidesee einsatzbereit, trotz einiger Schwierigkeiten. Grundlage dafür sind ein langfristiges Konzept und Nachwuchsarbeit. So sehen es Gemeindewehrführer Frank Wilhelm und sein Stellvertreter Volkmar Anders. Mit ihnen sprach Frank Pechhold.

MAZ: Wie steht es tagsüber um die Einsatzbereitschaft?

Frank Wilhelm: Da gibt es in einigen der acht Ortsfeuerwehren Engpässe, ganz klar.

Warum?

Volkmar Anders: Weil sich der demografische Wandel auch in unserer Gemeinde bemerkbar macht. Das bekommen wir schon länger zu spüren. Einige Kameraden sind der Arbeit hinterhergezogen. Allerdings haben wir es bisher immer wieder geschafft, die personellen Verluste im Erwachsenenbereich mit guter Nachwuchsarbeit auszugleichen.

Wie viele Kameraden gibt es?

Anders: Wir haben 136 aktive Frauen und Männer. 25 Jungen und Mädchen sind in der Jugendfeuerwehr dabei. Unsere Alters- und Ehrenabteilung zählt 49 Kameraden.

Wie ist die Feuerwehr der Gemeinde Heidesee gegliedert?

Wilhelm: Es gibt zwei Löschzüge. Zum Löschzug Friedersdorf gehören die Ortsfeuerwehren Wolzig, Dolgenbrodt und Bindow. Zum Löschzug Prieros gehören die Kameraden der Ortswehren Gräbendorf, Kolberg und Streganz.

Nun gab es bis vor wenigen Jahren auch in Dannenreich eine Ortsfeuerwehr. Sie wurde wegen personeller Engpässe aufgelöst. Ähnliche Probleme gibt es in Blossin. Wo könnten sich diese Kameraden weiter engagieren?

Anders: Wir haben es jedem Kameraden freigestellt, in einer anderen Ortswehr mitzumachen. Leider hat sich keiner dazu bereitgefunden. Und dass obwohl wir jeden Feuerwehrmann gebrauchen können.

Wie viele Einsätze standen im vorigen Jahr zu Buche?

Wilhelm: Insgesamt 212.

Welche sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Anders: Beispielsweise der verheerende Brand auf dem Zeltplatz in Neubrück am 30. März. Der hat sich mir ins Gedächtnis eingebrannt. Spektakulär waren auch der Brand der alten Kaufhalle in Wolzig und ein Unfall, bei dem eine Passat-Fahrerin bei Klein Eichholz ums Leben kam. Nicht zu vergessen der Orkan „Kyrill“. Die von ihm verursachten Schäden haben uns mehrere Tage beschäftigt.

Wie steht es um das Verständnis der Arbeitgeber in der Gemeinde Heidesee, wenn es um Freistellungen von Feuerwehrleuten für Einsätze geht?

Anders: Da gibt es keine Probleme. Vielleicht liegt das daran, dass wir mit allen Unternehmern in der Region persönlich reden und um Verständnis für unsere Belange werben. Wir gehen da richtig Klinken putzen.

Wilhelm: Große Unterstützung bekommen wir auch vom Bürgermeister und der Gemeindevertretung.

Wie äußert sich das?

Anders: Wir konnten die Gemeinde von der Notwendigkeit überzeugen, mehr Kinder ab zehn Jahren zu werben. Beispielsweise im Rahmen der Brandschutzerziehung in den Grundschulen Prieros und Friedersdorf. Dafür werde ich im Mai an jeweils drei Tagen freigestellt.

Was lässt sich die Gemeinde in diesem Jahr die Unterhaltung von Gerätehäusern und Fahrzeugen kosten?

Anders: Rund 90 000 Euro. Wobei uns der Zustand einiger Gerätehäuser auch in den kommenden fünf bis zehn Jahren beschäftigen wird.

Wieviel Geld steht 2008 für die Anschaffung von Fahrzeugen und Technik zur Verfügung?

Wilhelm: Da sind rund 230 00 Euro im Haushalt eingeplant.

Was wird davon gekauft?

Anders: Unter anderem vier Mannschaftswagen und ein Einsatzleitfahrzeug. Die Mannschaftswagen werden in Dolgenbrodt, Streganz, Wolzig und Prieros stationiert. Das Leitfahrzeug kommt nach Friedersdorf. Auch mit dieser Anschaffung setzen wir unser langfristiges Konzept weiter um. In dessen Rahmen wurde für die Standorte Friedersdorf und Prieros in den vergangenen Jahren verstärkt Einsatztechnik gekauft. Hier stehen zwei Tanklöschfahrzeuge und ein Löschfahrzeug mit einem Gesamtwert von rund 600 000 Euro. Auf diesen Fahrzeugen werden Kameraden aus allen Ortswehren ausgebildet. So ist jeder Feuerwehr-Kraftfahrer aus der Gemeinde in der Lage, ein Prieroser Tanklöschfahrzeug zu bedienen. Grundlage dafür ist die Ausbildung in den Löschzügen. Zu der stoßen die Feuerwehrleute aus den kleinen Dörfern mit ihrer Einsatztechnik hinzu.

Wo wird die Feuerwehr noch mit Sirenen alarmiert?

Anders: In Wolzig, Kolberg, Dolgenbrodt und Streganz. Hier sind erst einige Kameraden mit Funkmeldeempfängern ausgestattet. In allen anderen Ortsteilen wurden die Feuerwehrleute komplett mit Piepern ausgerüstet.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Wilhelm: Dass alle Feuerwehrleute in der Gemeinde weiter so gut mitziehen.

Anders: Unsere ehrenamtliche Arbeit wird von vielen noch unterschätzt. Anerkennende Worte oder ein Schulterklopfen sind eher die Ausnahme.

Quelle: MAZ vom 30.04.2008